Warum findet man die wenigsten Männer in der Küche, draußen am Grill dafür umso eher? Dient das Feuer machen im Freien dem Ausleben des evolutionären Jagd- und Versorgungstriebes? Während das liebreizende Geschlecht im Inneren des Hauses den Fetakäse in Würfeln auf dem Salat garniert, stehen die Männer um den Grill – als zeitgenössische Interpretation der Feuerstelle – und fachsimpeln über das Fleisch.

Dabei geht es häufig auch darum, wie beim Auto zu zeigen was man(n) hat: Tiefer, härter, breiter – wer hat den besten Grill in der Nachbarschaft? Mit einem kleinen Elektrogrill wagt sich der stolze Mann kaum in den Garten. Es muss schon ein großer Holzkohlegrill oder sogar ein Gasgrill mit großer Klappe sein. Auch immer öfter gesehen sind Hightech-Holzkohlegrills mit elektronischer Belüftung. Bei der Vorbereitung des Fleisches legt der stolze Grillmaster längst selbst Hand an. Eine schnöde Marinade aus zwei, drei Gewürzen reicht längst nicht mehr aus. Es wird tagelang mariniert, gesmoked, eingelegt, geklopft und sorgfältig ausgewählt, was auf dem heimischen Grill landet. 

Hightech in der Außenküche avanciert für die Männer irgendwo zwischen Notwendigkeit, Hobby und Spielerei, welche gleichermaßen ursprünglich wie nutzbringend ist. Spuren einer jahrtausendealten Vergangenheit lassen sich mit zukunftsweisenden Technologien vereinen. Die typische männliche Verbundenheit untereinander kommt als Tröpfchen auf dem heißen Stein noch hinzu und schon hat man die perfekte Mischung für ein geselliges Miteinander in der Gegenwart. 

So mutet es fast so an, als sei der Mann frisch von der Jagd heimgekommen und sagt: Seht her, was ich für euch Tolles erlegt habe.