…in diesem Winter eine echte Alternative?

Wir sind mitten in der 2. Corona-Welle und da lässt eine Erkenntnis der Wissenschaft den ein oder anderen bestimmt aufmerksam aufhorchen. Auch bei Menschen soll der Winterschlaf möglich sein. Es wäre doch jetzt fantastisch einfach für ein paar Monate die Augen zuzumachen. Zumindest nach Weihnachten, wenn man ein paar Kilos zu viel auf den Hüften hat, könnte der Winterschlaf eine tolle Alternative sein, um ein paar Monate später, wieder aufzuwachen – schlank, entschlackt, frisch und hoffentlich in einer coronafreien Welt.

Parallelen zu Tieren

Aber ganz so einfach geht es leider doch nicht. Es gibt Parallelen zwischen Mensch und Tier, wie Wissenschaftler der Universität Marburg herausgefunden haben. Auf Madagaskar lebt eine Lemurenart, die Winterschlaf hält. Da es sich um unsere nächsten Verwandten handelt, liegt es nahe, dass auch beim Menschen eine Möglichkeit im Organismus vorgesehen sein könnte, in den Winterschlaf zu gehen.

Der Mensch braucht aber keinen Winterschlaf, denn es gibt keine Nahrungsknappheit, noch muss er Körperenergie sparen oder bestimmte Zeiten überbrücken.

Der Winterschlaf bei Tieren ist auch eigentlich kein „richtiger Schlaf“. Der Zustand, in den Tiere im Winter verfallen, wird von Experten „Torpor“ genannt. Messbar ist das unter anderem an den Gehirnströmen, die ganz anders sind als in klassischen Schlafphasen. Es gibt auch Wachpausen, in denen die Tiere trotzdem fressen und sich fortpflanzen können – egal ob Bär oder Maus.

Der Auslöser für den Winterschlaf ist allerdings ganz unterschiedlich. So spielt bei einigen Tieren die Temperatur eine Rolle oder das Körperfett, wiederum bei anderen liegt es am Tageslicht. 

Was allerdings erwiesen ist, dass Winterschläfer länger leben und das liegt nicht nur daran, dass sich die langen Schlafphasen positiv auf den Organismus auswirken. Die Gefahr, gefressen zu werden, ist einfach geringer, wenn das Tier schläft. Außerdem fallen beispielsweise die Lemuren in Dürreperioden in den Winterschlaf, um diese zu überstehen. 

Und was ist jetzt mit dem Menschen?

Unsere Lichtverhältnisse im Winter haben einen großen Einfluss, ob man müde ist oder eher wach. Da es im Winter bereits früh dunkel wird und tagsüber oft grau und trüb ist, schalten wir meistens schon am Morgen das Licht ein. Dabei ist zu beachten: Blaues, kaltweißes Licht macht wach, während Gelb- oder Rottöne den Melatoninspiegel ansteigen lassen und man müde wird. So ist es nicht verwunderlich, dass wir uns bei kaltweißem Licht nicht so wohl fühlen, wie bei warmweißen Lichtquellen. Außerdem sind viele Menschen im Winter andauernd müde.

Der Begrifft Winterschlaf bei Tieren ist also nicht genau richtig, auch wenn dieser Begriff in den Sprachgebrauch übernommen wurde. Man kann es eher als eine Art „Ruhezustand“ bezeichnen. Ob der eingeschränkte Energieverbrauch auch beim Menschen möglich ist, hat bereits die US-Weltraumbehörde NASA näher erforscht, denn das könnte beispielsweise bei längeren Aufenthalten oder Reisen zu weiter entfernten Planeten infrage kommen. Für den Körper allerdings ist das Herunterfahren der Temperatur über einen längeren Zeitraum nicht vorteilhaft. 

Raus aus der Wintermüdigkeit

Auch wenn die Aussicht, einen monatelangen Winterschlaf zu machen, manchmal verlockend klingt, ist festzuhalten dass auch Tiere nicht monatelang schlafen. Trotzdem verspüren wir Menschen im Winter vermehrt die sog. Wintermüdigkeit. Experten empfehlen, sich im Winter öfter draußen aufzuhalten, weil die Lichtintensität höher ist, als in geschlossenen Räumen – auch wenn es draußen trübe ist. Außerdem können Tageslichtlampen helfen, die dem natürlichen Licht nachempfunden sind. Außerdem empfiehlt es sich, tagsüber Sport zu treiben. Das regt Kreislauf und Stoffwechsel an und verhindert damit auch die Müdigkeit. Allerdings ist es nicht ratsam, bis zum Abend mit dem Sport zu warten. Darunter kann die Qualität des Schlafes leiden oder das Einschlafen stark verzögert werden.